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2. Einsatzhundertschaft erforderlich? [15.12.2008]  

Ob Demo oder Fußballeinsatz, Stadtfest oder Großkontrollen, Woche für Woche und Wochenende für Wochenende gibt es landauf, landab Anlässe für einen größeren Polizeieinsatz. Geschlossene Einsätze nehmen in der polizeilichen Arbeitsbewältigung einen immer größeren Raum ein.

Wegen der Belastung der 1. Einsatzhundertschaft und des Einzeldienstes wird die Forderung nach einer 2. stationären Einsatzhundertschaft immer lauter. Die DPolG sammelt die Argumente pro und kontra. Ohne sorgfältige Abwägung würde eine voreilige Entscheidung sich nachher als teure Fehlentscheidung herausstellen, die wir dann wieder alle zu bezahlen hätten.


Pro

Die Einsatzzahlen für Anlässe, die ein polizeiliches Vorgehen im geschlossenen Verband notwendig machen, steigen stetig an. Dieses wird in der Prognose eher weiter zu- als abnehmen. Eine professionelle Aufgabenwahrnehmung im geschlossenen Verband kann nur durch regelmäßiges Üben und spezialisiertes Personal gelingen. Durch Stammpersonal im Nebenamt und ständig wechselnde Besetzungen kann dieser Standard nicht erfüllt werden.

Hinzu kommt die Notwendigkeit einer optimalen Ausrüstung. In der Fläche gelang es bisher mangels Investitionen nicht, die Polizeibeamten flächendeckend mit Schutzhelmen der neuen Generation, ausreichend NOMEX-Einsatzeinzügen und Körpervollschutz auszurüsten. Diese Aufgabe würde sich bei Einrichtung einer 2. Einsatzhundertschaft vereinfachen, da das Personal fest zugewiesen ist und Fluktuation nur zu den offiziellen Umsetzungsterminen stattfände.

Eine 2. Einsatzhundertschaft würde in jedem Fall die bestehende 1. Einsatzhundertschaft massiv entlasten, die anerkanntermaßen am Limit der Leistungsfähigkeit angelangt ist.

Innerhalb des Nordverbundes werden immer häufiger geschlossene Einheiten aus Schleswig-Holstein in anderen Bundesländern helfen müssen, da viele Lagen überhaupt nur noch länderübergreifend zu bestehen sind.

Weder die zusammen gewürfelten Einsatzhundertschaften des Einzeldienstes noch die „Papiertiger‘ der Optionshundertschaften mit den Studenten der Fachhochschule sind diesen Anforderungen auf Dauer gewachsen. Und zuletzt darf nicht vergessen werden, dass Schleswig-Holstein vom Bund zweckgebundene Sachmittel für drei Hundertschaften erhält,


Kontra

Haben wir doch alles schon gehabt. Damals, die 2. Hundertschaft im Eichhof, Kiel. Wurde damals aufgelöst weil das Personal im Einzeldienst fehlte. In einsatzarmen Zeiten fuhren die Kollegen landesweit zu Fahrradkontrollen oder machten den ganzen Tag lang Sport und „Lederpflege“ während im Einzeldienst die Stärke kaum gehalten werden konnte. Das Personal für eine 2. Hundertschaft würde dem Einzeldienst ja abgezogen werden. Mehreinstellungen sind illusorisch. Unter dem Strich würde die zu kurze Decke nur in eine Richtung gezogen. Zwar würden weniger Anforderungen für die Einzeldiensthundertschaften erfolgen, dafür fehlt das Personal in der Alltagsorganisation.
 
Und nicht zu vergessen ist, dass für eine 2. Hundertschaft eine entsprechende Liegenschaft gefunden und umgebaut werden müsste, die dann unterhalten und bewacht werden muss. Das würde einen Batzen Geld kosten, das man lieber für Sachmittel und Beförderungen investieren sollte.

Die DPolG ist an Euren Meinungen interessiert.
Schreibt uns unter: dpolg-sh@t-online.de  Eure Meinung.
Brauchen wir eine 2. Einsatzhundertschaft?

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