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Es will keine besinnliche Stimmung aufkommen [15.12.2008]  

Ein „Weihnachtsgruß“ des DPolG-Landesvorsitzenden

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Jahr 2009 klopft schon an die Tür. Ich habe das Gefühl, dass die Zeit immer schneller verfliegt. Soll mit dem Alter zusammenhängen, hat mein Freund PHC gesagt. Aber das gehört ja nicht an diese Stelle.

Leider mussten viele von Euch feststellen, dass wieder ein Sommer ins Land gegangen ist und Ihr davon nichts gehabt habt. Nicht nur das tägliche Allerlei nimmt ständig zu, sondern auch die Sondereinsätze. Sondereinsätze aller Art. Von der hochgefahrenen Mindeststärke, weil das Stadt-, Wein- oder Wiesenfest wieder stattfand oder einer der zahlreichen Einsätze in den geschlossenen Einheiten. Kaum ein Wochenende mit der Familie, die Dienststelle ist das „Zuhause“ geworden. Das Leben wird ein Gezerre von Beruf und Privatem. Leider hat aber nur der Dienstherr den gesetzlichen Anspruch auf „volle Hingabe!“

Das macht langfristig krank. Das wird zwar erkannt, aber die Lösungen sind Luftschlösser, nämlich die Hoffnung, dass es im nächsten Jahr wieder besser wird.
Die Hoffnung treibt uns immer mehr - weniger als die Grundeinstellung zum Beruf. Die Hoffnung auf gute Beurteilungen, um die Hoffnung auf Beförderung zu erhalten. Das spürt man vor jeder Beurteilungs- und Beförderungsrunde.

Wie auch jetzt, wo ich diesen Artikel schreibe und gerade mal wieder die Konkurrentenbenachrichtigungen ausgehändigt wurden, obwohl viele noch nicht einmal ihre Beurteilungen in den Händen hatten.

Ständig klingelt das Telefon, man sucht und findet Erklärungen in nackten Zahlen und das Gegenüber will das verstehen - tut es aber nicht wirklich. Die Stimmen werden bedrückt oder wütend und man kann das nicht auffangen. Nur nicht nachlassen, muss ich raten - sonst verspielst du eventuell die letzte Chance. Dabei geht es ja nicht um Irre Ansprüche, sondern in der Regel um Gerechtigkeit und in erster Linie um Wertigkeit. Erfahrene Kolleginnen und Kollegen, die täglich mit den härtesten Lagen umgehen, fallen in sich zusammen, verlieren ihre Berufsauffassung - nur die meisten fangen sich bald wieder ein, machen wieder alles möglich, nur damit diese Landespolizei funktioniert, Ja sie funktioniert noch. Aber nur weil diese Kolleginnen und Kollegen sich immer wieder einfangen, für die Menschen in diesem Lande da sind und allen Widrigkeiten, die ihnen diese Landesregierung zumutet, trotzen.

Sie lassen sich mit leeren Danksagungen abspeisen und erfreuen sich an Selbstverständlichkeiten, nämlich dass sie gute, wenn auch zu wenige Streifenwagen haben, die EDV- Arbeitsplätze schon ganz ordentlich sind und sie sich eine blaue Uniform bestellen dürfen.

Die große Mängelliste, allein für den täglichen Bedarf, füllen sie häufig selber aus.

Ernsthaft freuen können wir uns dabei eigentlich schon lange nicht mehr, zumindest seit wir unsere Beförderungen durch Streichungen und Kürzungen unserer „Alimentation“ selbst finanzieren. Da wird schon einmal der Sprung von A 7 zu A8 netto glatt gezogen. Dafür Danke sagen?

Der Gruß des Landesvorsitzenden zum Jahresende sollte eigentlich von froher Natur sein. Das ist mir leider nicht gelungen und dann wäre der Landesvorstand der DPolG auch unglaubwürdig. Wie auch die Landesregierung stehen wir alle mit dem Rücken an der Wand.

Nur wenn eine Rezession wirklich durchschlägt, wird man uns brauchen - mehr denn je!

Der Landesvorstand wünscht Euch, Euren Familien und Lebenspartnern ein beschauliches Weihnachtsfest und dass die schönen Stunden ein wenig vergessen lassen, was oben geschrieben steht. Insbesondere ein Dank an all die Kolleginnen und Kollegen, die über die Feiertage Dienst verrichten müssen.

Euer Landesvorsitzender Ernst Meißner

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