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?Wir tragen keine Reichtümer nach Hause? [20.04.2006]  

2400 Euro: Verlust von Urlaubs- und Weihnachtsgeld treibt die Ordnungshüter auf die Barrikaden

LÜBECK/KIEL — Die Nachricht von der drohenden Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld hat Mark Holtze schockiert: „Ich bin enttäuscht, doch nicht etwa darüber, dass auch bei uns gespart werden muss. Entscheidend ist das Wie“, sagt der 35-Jährige.

Noch im November hieß es vom Land, mit Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 41 Stunden und Eigenbeteiligung von 1‚4 Prozent an der Heilfürsorge hätten die Polizisten ihren Beitrag zur Entlastung des Haushaltes geleistet. Sonderzahlungen sollten nicht angetastet werden. Jetzt sollen Urlaubs- und Weihnachtsgeld ersatzlos gestrichen werden. „Finanzielle Einschnitte, die ich nicht einfach verknusen kann“, sagt der Polizeioberkommissar. Holtz ist Familienvater und Alleinverdiener. „Es wird in der Öffentlichkeit gern so dargestellt, als ob wir Großverdiener wären. Doch keiner trägt Reichtümer nach Hause“, so der Beamte des 1. Reviers in Lübeck.

Durchschnittlich 2000 Euro netto verdienen Polizisten im Mittleren Dienst, in dem etwa Dreiviertel der 7000 Beamten tätig sind. Die Sonderzahlungen machen für sie 2400 Euro im Jahr aus. „Viele Familien rechnen fest mit dem Weihnachtsgeld, benötigen die 1200 Euro um fällige Jahresrechnungen oder Hausraten zu tilgen“, sagt Bernd Carstensen, Landeschef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter. Urlaubsgeld wird in einigen Dienstgraden ohnehin nicht mehr gezahlt. Von etlichen Kollegen wisse der 53-Jährige, wie eng es würde, sollte das Land bei den Streichplänen bleiben. Einige müssten ihre Häuser abstoßen. In jungen Familien müssten die Lebenspartner nach Nebenjobs suchen.

„Das Vertrauen in die Politik ist weg“, sagt Mark Holtze. Die Möglichkeiten, Druck auf die Politik auszuüben, beurteilt der 35-Jährige als begrenzt. Dienst nach Vorschrift sei nur schwer durchsetzbar: „Letztlich wird sich auch kein Polizist in die Ecke stellen und nichts tun. Das verstößt gegen den Berufsethos und die Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, was ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren könnte.“

Das weiß auch Ernst Meißner, Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft: „Das Land muss aufpassen, dass es seine Beamten nicht verliert.“ Angesichts der Proteste seien jetzt die Vorgesetzen der Polizisten gefordert: „Die Direktions- und Abteilungsleiter müssen sich positionieren und Loyalität mit ihren Mitarbeitern dokumentieren.“ bas

Quelle: Lübecker Nachrichten vom 20.04.2006

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