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Tag der Landespolizei 2008 in Wedel - Voll daneben ... [26.06.2008]  

Unter dem Eindruck der derzeitigen und bevorstehenden Rahmenbedingungen für unsere Beschäftigten, aber auch der Landespolizei als Organisation halten wir eine Veranstaltung in dieser Form für nicht angebracht.

Finanziell hängt die Landespolizei am Tropf. Für Ausrüstung und Ausstattung werden die Mittel gekürzt, so dass man sich die Frage stellen muss, ob wir unseren gesetzlichen Auftrag überhaupt noch erfüllen können. Ohne das hohe persönliche Engagement der Kolleginnen und Kollegen vor Ort wären viele Dinge überhaupt nicht mehr vorstellbar.

Ganz zu schweigen von den Einschnitten in unsere Gehaltsstrukturen und der im Bundesvergleich desolaten Beförderungsmöglichkeiten.

Da wird in einem riesigen Showprogramm auf der einen Seite die heile Welt dargestellt und auf der anderen Seite können nicht einmal unsere häufig beanspruchten Einzeldiensthundertschaften zufrieden stellend professionell ausgerüstet werden.

Die personelle Belastung in der Landespolizei ist anerkannt hoch, aber wir leisten uns zig Mannjahre zur Ausgestaltung dieses Tages.

Gleichzeitig werden Gelder, die eigentlich nicht vorhanden sind, dafür ausgegeben, dass Empfänge hohen politischen Ansprüchen genügen. Mit einer traditionellen Erbsensuppe aus unserer Feldküche ist es da nicht mehr getan, obwohl die zugewiesenen Mittel kaum mehr hergeben.

Da werden „Sponsorengelder“ zusammengetragen - andererseits darf man nicht einmal ein gut gemeintes Pfund Kaffee annehmen.

Aus Sicht der DPolG ist es darüber hinaus unverständlich, dass der „Verlag der Polizei“ eine Broschüre erstellen darf, ohne dass anderen Verlagen (Gewerkschaften) diese Möglichkeit gegeben wird.

Aus Erfahrung wissen wir, dass daran auch Folgeaufträge gebunden sind und die Konkurrenz für diesen Bereich über mehrere Jahre aus dem Feld gedrängt wird. Eine rechtliche Überprüfung dieser Vergabepraxis behalten wir uns noch vor.

In der Einladung werden wir gar noch gebeten, für diese Broschüre einen Beitrag zu leisten, um dieses Fest mit zu finanzieren.

Diese unselige Verquickung schlägt dem Fass den Boden aus! Man erkennt die Not der Veranstalter, die damit jegliche Grenzen des guten Geschmacks verlassen haben.

Die Vereidigungszeremonie für unsere Kolleginnen und Kollegen kann auch in einem feierlichen Rahmen in Eutin durch die PD AFB, z.B. verbunden mit einem Tag der offenen Tür, durchgeführt werden.

Wenn sich die Politik damit weiterhin öffentlich sonnen will, wäre das auch eine starke Aufwertung des Schleswig-Holstein Tages. Im Gegenteil, „wir stehen für unser land, das Land für uns!“ Was für eine Aussage – auch wenn der 2. Teil nicht mehr so ganz der Wahrheit entspricht. Aber man gewöhnt sich so langsam daran.

Das gute Meinungsbild der Polizei in der Öffentlichkeit wird durch die hervorragende Arbeit unserer aller Kolleginnen und Kollegen erzeugt, deren alltägliche Show reicht völlig.

Dazu gehört auch die Nachwuchswerbung. Eine Veranstaltung im Hamburger Rand macht hier zwar Sinn, aber die eigentliche Nachwuchswerbung erfolgt durch die vielen Einstellungsberater auf den Dienststellen vor Ort, die sich engagiert dieses Themas annehmen und neben den Gesprächen mit Berufsinteressenten auch Veranstaltungen zur Nachwuchswerbung in Schulen, auf Berufsmessen pp. besuchen.

Es gibt zurzeit wahrlich keinen  Grund zum Feiern und daher lehnt der Landesvorstand eine Teilnahme konsequent ab.

Ernst Meißner
Landesvorsitzender

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